Über - Damit es auch Kirche ist…

Wenn Kirche neu entsteht, müssen Kennzeichen von Kirche zu finden sein!

In ihnen entsteht Gemeinde Jesu Christi neu

Was das Leben lebenswert macht, sind gute, tragende Beziehungen. Sie verleihen dem einzelnen Menschen Wert und Sinn. Gute Gemeinschaften gibt es viele. Kirche entsteht, wo Menschen miteinander Beziehungen eingehen und gleichzeitig sich auf Jesus Christus beziehen. So werden sie zur "communio sanctorum" (lateinisch für: "Gemeinschaft der Heiligen") und lassen in ihrem Umgang miteinander die Liebe Gottes für den anderen real werden. Ohne Gemeinschaft - griechisch: "koinonia" - ist Kirche nicht Kirche.

Unsere Erprobungsräume wollen zueinander und zu Jesus Christus führen - auf eine Weise, die unseren Zeitgenossen und ihrer Welt entspricht und darum oft zu einer neuen Form führt.

 

Sie durchbrechen die volkskirchliche Logik an mindestens einer der folgenden Stellen: Parochie, Hauptamt, Kirchengebäude

Das gehört für viele Menschen zur Kirche: ein Pfarrer mit einem festen geografischem Zuständigkeitsgebiet und Kirchengebäuden für die gottesdienstliche Versammlung. Doch unsere Zeitgenossen tun sich schwer, den Weg in unsere ihnen fremdgewordenen Formen zu finden. Zu weit weg scheint diese Welt von ihrer eigenen Wirklichkeit. Wie wäre es aber, sie stießen stattdessen mitten in ihrem eigenen Alltag auf Christen und weitere Weisen, miteinander Gemeinde zu sein. Denn von alters her und anderswo treffen sich Christen auch unter ehrenamtlicher Leitung - oft an ungewöhnlichen oder sehr alltäglichen Orten und feiern Gottesdienst überraschend anders.

Unsere Erprobungsräume wollen helfen, in unserer bunten, unüberschaubar gewordenen Gesellschaft mit ihrem immer anderen Lebenswelten verschiedenartige Treffpunkte anzubieten, in denen man Christen und Gemeinde begegnet.

 

Sie erreichen die Unerreichten mit dem Evangelium

Das Wichtigste, was unsere Kirche zu bringen hat und sie von allen anderen unterscheidet, ist das Evangelium - die Gute Nachricht, dass Gott in Christus seine Liebe zu allen Menschen offenbar gemacht hat. Sie lässt sich rufen, davon Zeugnis (griechisch: "martyria") abzulegen.

Unserer Erprobungsräume wollen missional sein. Sie zielen darauf, auch außerhalb unserer bisherigen gemeindlichen Grenzen das Evangelium von Gott in Christus angemessen zu bezeugen.

 

Sie passen sich an den Kontext an und dienen ihm

Wer will, dass neue Menschen zu Gott finden, darf sie nicht nur einladen und erwarten, dass sie dann so werden wie man selbst - und die Gemeinde, aus der man kommt. Sondern es bedeutet oft, sich mutig in ihre Welt zu begeben. Und dort zu bleiben. Mit ihnen zu leben, Vertrauen aufzubauen. Ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen hilfreich zu dienen (griechisch: "diakonia"). So erst wird das Zeugnis von der Liebe Gottes glaubhaft.

Unsere Erprobungsräume wollen von den Adressaten und ihren Herausforderungen her bestimmt und ihnen hilfreich sein.

 

In ihnen sind freiwillig Mitarbeitende an verantwortlicher Stelle eingebunden

Von "Berufschristen" erwartet jeder Loyalität zur Kirche. Doch das freiwillige ehrenamtliche Engagement von ganz normalen Menschen weckt Neugier auf ihre Motivation - und der gemeinsame Einsatz der verschiedenen von Gott verliehenen Gaben macht Freude am Dienen. Ebenso die Wertschätzung durch andere.

Unsere Erprobungsräume wollen Freiheiten zum Ausprobieren bieten, ohne dass man Angst vor Fehlern oder dem Scheitern haben muss. Sie leben davon, dass andere nicht ängstlich ausbremsen, sondern segnen, was zur Ergänzung und Bereicherung aller heranwachsen will.

 

Sie erschließen auch alternative Finanzquellen

In vielen Teilen der Welt stehen Gemeinden auf eigenen Füßen: Sie organisieren sich selbst, sie finanzieren sich selbst, sie verbreiten sich selbst. Auch bei uns müssen Gemeinden lernen, für sich mehr Verantwortung zu übernehmen. Kirchensteuer und Zuschüsse nehmen ab, Fördervereine und andere alternative Finanzierungsquellen an Bedeutung zu. Und man gibt gern, wenn man weiß wofür und von Herzen dahintersteht.

Unsere Erprobungsräume wollen anleiten, sich nicht von fremder Hilfe abhängig zu machen, sondern für die eigene Zukunft selbst Sorge zu tragen. Das gilt am Ende auch für die beschränkte Anzahl modellhafter Projekte, die nur eine Zeitlang bis zur Hälfte der Personal- und Sachkosten abgenommen bekommen.

 

In ihnen nimmt Spiritualität einen zentralen Raum ein

Die Entwicklung guter geistlicher Gewohnheiten hält den eigenen Glauben stabil und gesund. Dabei helfen die Einübung persönlicher und gemeinsamer Formen des Gebetes und der Gottesverehrung (griechisch: "leiturgia"), die regelmäßige Teilnahme am gemeinschaftlichen Gottesdienst, einem Hauskreis oder anderen christlichen Treffen, der vertraute Umgang mit den biblischen Zeugnissen, hilfreiche vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Christen, gemeinsames Dienen in der Gemeinde oder Welt. Auch hier gilt: Formen können variieren.

Unsere Erprobungsräume wollen bewusst den eigenen und gemeinsamen Umgang mit Gott - in vielfacher Gestalt - befördern.