"Ein stabilisierendes Element am Bahnhof"

Erfurt: Die CDU-Stadträtin und Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann begleitete am 10.08. die ehrenamtlichen Helfer der Bahnhofsmission. „Der Einsatz in der Freizeit für andere Mitmenschen, denen es nicht so gut geht, fordert höchsten Respekt“, sagte sie. Die Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission hätten ihr Projekt in den vergangenen Monaten selbst aufgebaut und seien schon jetzt ein wichtiges Gesicht der Stadt für Menschen, die Hilfe benötigen oder nur kurz in Erfurt Halt machen. Gemeinsam mit dem Verein, der Bahn und der Stadt werde sie sich als Stadträtin für die noch ungewisse Erschließung eines Aufenthaltsraumes bemühen. Text: Thüringer Allgemeine Erfurt

Jeden Freitag sind die Engel am Zug – im wahrsten Sinn des Wortes. Dann ziehen sich Hubertus Schönemann und seine Mitstreiter von Thüringens erster Bahnhofsmission die blaue Weste über und helfen Menschen im Umfeld des Bahnhofs. Im Juni vergangenen Jahres hatte sich die Gruppe gegründet, mittlerweile gehören ihr 16 Ehrenamtliche an.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann besuchte die Freiwilligen – und war beeindruckt. „Es ging Schlag auf Schlag“, sagt sie. „Da war ein altes Ehepaar, das sich über die Hilfe beim Umsteigen mit schweren Koffern und im Bahnhofstrubel freute und die Wartezeit mit einem kleinen Plausch im Café überbrückte. Sie seien ohne die Helfer der Bahnhofsmission längst nicht mehr so mobil“, betonten sie.

Noch während Antje Tillmann die derzeitigen Räumlichkeiten besichtigte, die als Übergangslösung bis zum möglichen Bau eines eigenen Raumes genutzt werden, kam bereits der nächste Ruf nach den Helfern. Sie berichtet: „Ein Syrer war mit Sack und Pack und einem Wellensittich mit dem Zug zu seiner Unterkunft nach Mühlhausen unterwegs. Sichtlich aufgewühlt von den vielen Menschen und Schildern war er froh über die Helfer, die ihm in Ruhe trotz anfänglicher Verständigungsschwierigkeiten den Weg erklärten und sich Zeit für ein Gespräch nahmen.“ Dem Vereinsvorsitzenden Hubertus Schöne- mann ist es wichtig, dass sich Zeit für die Menschen genommen wird. „Wir sind mehr als eine Umsteigehilfe“, betont er. „Wir kommen in Kontakt mit den Leuten, deren Lebensgeschichten. Wir sind ein stabilisierendes Element am Bahnhof.“ Die meiste Zeit sind sie auf den Bahnsteigen und in der Bahnhofshalle unterwegs, suchen den Kontakt zu den Reisenden. „Wir sind keine Bahnhofsmission, die in ihren Räumen sitzt und wartet, dass mal einer vorbei kommt. Wir sind präsent“, sagt der Vereinsvorsitzende. Zu Beginn konnten die Helfer einen Raum in der Bahnhofstraße nutzen, doch er war zu weit weg vom Bahnhof. Gäste konnten zudem nicht empfangen werden. Seit einigen Monaten sind sie im Bahnhofsgebäude direkt untergebracht, gemeinsam mit der Deutschen Bahn wird nun eine langfristige Lösung gesucht.

„Wenn erste Entwürfe der Bahn in den kommenden Monaten vorliegen, gilt es besonders, auch finanzielle Möglichkeiten auszuloten, um eine Fertigstellung vor der Bundesgartenschau zu ermöglichen“, sagt Antje Tillmann. Fördermöglichkeiten auf Bundesebene und beispielsweise über die Aktion Mensch könnten erörtert werden. Für die Abgeordnete wurde schnell klar: Es gibt ein gutes Miteinander zwischen Bahnmitarbeitern und Bahnhofsmission. „Ich bin beeindruckt von der Arbeit und den vielen Aufgaben der Helfer“, sagte sie abschließend.

Text: Anja Derowski, 14.08.2018, Thüringer Allgemeine

Weitere Infos unter: www. bahnhofsmission-erfurt. de


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