Erprobungsräume auf Holländisch: "Pioniersplekken"

Vom 21.1 bis 2.2.2018 machten sich 18 Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen und Ebenen auf die Reise zu den Pioniersplekken, die uns schon um ein paar Jahre voraus sind, um dort das "Erprobte" zu entdecken.

 

Vitamine G, Hilversum

Meditative Musik erschallt im Kircheraum, wo verteilt Gruppen mit jeweils sechs Leuten stehen. Es herrscht eine sehr andächtige und dichte Atmosphäre. Sie beten. Wenn jemand gesegnet werden möchte, macht dieser das deutlich und die anderen segnen ihn oder sie, indem sie ihre rechte Hand austrecken und auf die Schulter legen. Fließend tritt der nächste in den Kreis.

Bei Vitamine G (vor drei Jahren von einem ehemaligen Pfarrer gegründet) wird jeden 2. und 4. Sonntag im Monat nach dem 10 Uhr-Gottesdienst der Gemeinde ein 12-Uhr Gottesdienst gefeiert mit wenigen liturgischen Teilen, aber einem großen Lobpreisblock, bei dem alle kräftig mitsingen. Geleitet wird der Gottesdienst von einem Ehrenamtlichen, der auch predigt. Der Gottesdienst wird sehr persönlich, wenn einzelne Gemeindeglieder aufstehen und Gebetsanliegen für bestimmte Situationen oder Angehörige vorbringen, welche in einem Gebet gesammelt vor Gott gebracht werden. Ein weiteres "praktisches Element" ist das gemeinschaftliche Fürbittengebet. Nach dem Gottedienst gibt es meistens für alle einen Imbiss und Gespräche. Unter der Woche gibt es feste Gespräche, wo das Predigtthema noch einmal aufgegriffen und besprochen wird.
Frage: Was passiert, wenn der Vitamine G-12-Uhr-Gottesdienst den 10-Uhr Gottesdienst einmal überflügeln sollte?


De Nieuwe Poort - Eingang zur Businesswelt oder Ausgang?

"Make money but don't let the money make you."

Das Betreten des Raumes macht etwas mit mir. Ich komme gut drauf, fühle mich wohl und habe wie damals, als ich noch Studentin war, das Gefühl, dass ich einmal wieder einen ganzen Tag im Café sitzen, lesen und träumen könnte.

Inspriration. Raum für neue Gedanken. Raum für einen positiven Geist - das ist die Grundidee von "der neuen Pforte". Die Zielgruppe ist klar: Menschen, welche im Wirtschafts- oder Finanzsektor arbeiten, gut verdienen und Verantwortung für den gesellschaftlichen Bereich tragen. Ihnen soll hier ein "Denkraum" geschaffen werden. Die Gestaltung des tatsächlichen Raumes ist genauso Teil des Konzeptes wie der Veranstaltungsplan im Restaurant. Ein Themenabend zur "Karriere" wird durch eine Podiumsdiskussion zur Migration und einem Bibelleseabend zu Ostern gerahmt.
Der Gründer des Unternehmens, Ruben van Zwieten, pendelt. Er ist selbst Unternehmer und Theologe und will einen "Zwischenort" schaffen. Menschen, die sich mit Zahlen und Diagrammen auskennen und wohlfühlen, finden einen Raum, um Geschichten zu hören; sich inspirieren zu lassen - ohne dass ihnen etwas aufgedrängt wird.


Pioniersplek Jacobikerk Utrecht

"Erstes Indiz: schnieke Schuhe. Zweites Indiz: Gottes Geheimnis im Gepäck."


Will man Erprobungsräumen begegnen oder Platz für Gedanken an solche schaffen, so heißt es oft: out of the box denken. Hier denkt man eher: Ziemlich straight in the box, als traditionell das Vater Unser gebetet wird, der Pfarrer im Talar predigt und die Kollekte in schwarzen Säckchen eingesammelt wird. Pfarrer Wims Erfahrung: Kaffee, Gebet, Gottes Geheimnis. Er sieht sehr smart und schnieke aus und seine Kollegin Nadine ergänzt seine Beiträge wissenschaftlich. Utrecht ist beliebt bei jungen Studenten. Im recht traditionellen Gottesdienst findet man junge Leute mit und ohne Kindern, eher weniger ältere Herrschaften. Nach dem Gottesdienst gibt es Kaffee und Tee aus den ToGo-Bechern, welche mit dem Gemeindelogo bedruckt sind. Die Gemeinde denkt weiter: Es gibt Gesprächsgruppen, einen Obdachlosen-Treff, eine gemeindegebundene Studenten-WG im Kloster nebenan, organisierte Hauskreise und Debattierabende.


Taste - eine alternative Insel in der Plattensiedlung.

"Schmecket und sehet wie freundlich der HERR ist." Ps 34,9


Ganz diesem Psalm entsprechend wird man bei den Pionieren von "Taste" mit einem köstlichen Mittagessen begrüßt und kommt sofort ins Gespräch. In dieser Siedlung wohnen tausende Menschen auf kleinstem Raum, aus 100 Nationalitäten. Sie haben kaum Kontakt zu- und untereinander. Bei "Taste" gibt es Begegnungskaffee, Sozialdienste in der Nachbarschaft und Bibellese-Hauskreise. "
Was sagt das Gehörte über Gott? Was sagt das Gehörte über den Menschen? Wenn diese Aussagen wahr sind, was sagen sie dann für mein Leben aus?"
In der Kommunität von Taste leben heute 19 Mitglieder unterschiedlicher konfessioneller Prägung, Paare, Singles, Familien mit Kindern. Sie leben intensiv miteinander, teilen und leben ihren Glauben gemeinsam. Diese Form des Zusammenlebens ist alt und wieder neu - eine Wurzel christlichen Lebens und Basisstation zur Mission.

So kann christliches Leben schmecken!

Hier könnt ihr noch mehr über die niederländischen Pioniere erfahren:
Links:
Taste
Jacobikerk
De Nieuwe Port
Vitamine G


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