Erprobungsräume auf Holländisch Teil II

Wir haben so viele tolle Berichte von den Teilnehmern über die Erlebnisse und Entdeckungen in den 'Pioniersplekken' bekommen, dass es jetzt noch einen zweiten Teil gibt.

 

Amsterdam: Betondorp Oost "Pioniersplek BetondorpBloeit!"

Ein Besuch bei Magrietha Reinders

Helplessness is very important. If you want to communicate the Gospel. It was never easy, but very simple. Because the Gospel is simple.

Sie wirkt zerbrechlich, zusammengekauert auf ihrem Stuhl, als Magrietha zurückblickt.

Am 1.2. lernen die Teilnehmer diese absolut beeindruckende Frau kennen. Eine Pfarrerin, die mit fast Nichts eine Gemeinde aufgebaut hat: Wenig Geld, keine Gebäude, keine Veranstaltungen. Angefangen hat sie 2009. Indem sie mit andern ins Gespräch gekommen ist. Im Einkaufszentrum. Sie hat immer nur Fragen gestellt. Und um Hilfe gebeten. Sie betont: Beziehungen bauen, zusammen essen und trinken, da sein, Zeit haben, beten und die Bibel ins Gespäch bringen. "Und die Demut, möchte ich ergänzen...", sagt Thomas Schlegel.

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Klazien und Pieter ter Veen: Almere, "Kerk op Wielen"

Die nächste Kirche ist 8km entfernt. Da verirrt sich kein Pfarrer her und keiner von hier fährt hin. Die Idee ist geboren: Die Kirche muss präsent sein und einen Ort der Begegnung, des Vertrauens und des guten Zusammenlebens bieten.

Pieter ist pensionierter Pastor. Ein Filmmitschnitt des lokalen Fernsehens, der auf einer Leinwand in heimischen Wohnzimmer geguckt wird,  zeigt ihn hinter dem Lenkrad eines Kirchenbusses. Ja genau - Kirche auf Rädern.

Mit diesem stehen sie auf Gemeindefesten, an verlässlichen Orten, laden zu Bibellese, Fahrradfahren lernen, Sprachencafe, Kirchenkaffee ein. Regelmäßige Gebetszeiten mit "Perlenputzen" (so nannte Klazien die Erinnerung an das Gute der letzten Woche), Singen, Bibellese und Gebet enden immer mit einem gemeinsamen Essen; selbstverständlich! Das deckt sich mit der Umfrage bei den Pionierspleken, wo bei den Hauptaktivitäten 68% der 'Teilnehmer' angaben zu feiern und 67 % miteinander zu essen. Am Ende einer jeden Gebetszeit gehen Topf und Bibel als Wanderpokal weiter - wer sie hat, ist verantwortlich für das nächste Treffen und wer zu Hause nicht kochen kann, kommt zu Klazien nach Haus. Der Bus ist nun zu klein und der Winter zu kalt, deswegen finden die Treffen in einer Schule statt. Eine protestantische tiny church soll nun im Cascadepark von Port Almere gebaut werden, damit Kirche sichtbar wird in diesem Stadtteil.

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Nijkleaster mit Hinne Wagenaar und Saskia Leene

Draußen stürmt es. In Stille heißt es zu gehen, sich dann auf den gelesenen Bibeltext zu besinnen - Wann bin ich einsam? Allein? Wie geht mir mit Stille? - Und weiter geht es in Stille, um unverhofft , mit Blick auf das zukünftige Kloster, umzukehren und in Verbindung zu gehen in Zweiergruppen, in Austausch.

Nijkleaster wird mit eine der ersten Pioniersplekken seit 2012 gefördert. Kirchen gibt es genug, Menschen, die sie besuchen, sind rar. Die Kirche von Nijkleaster selbst ist, wie viele Kirchen, verkauft. Die protestantische Gemeinde nutzt sie für 150€ pro Monat von der Stiftung alter friesischer Kirchen. Als Pastor Hinne Wagenar mit seiner Frau aus Kamerun 2000 zurück kommt, will er mehr als die Kirche nur am Sonntag zu öffnen und eine Gemeinde, die kommt, damit der Pastor nicht alleine ist. Seine Sehnsucht trifft die anderer Menschen in der Gegend, nach Gemeinschaft, offener Kirche, Besinnung in einfachen Formen, wenig struktureller Arbeit und ohne Dogmatik und parochialer Zuordnung. Zwischen den Gebeten wächst ab 2005 der Wunsch nach einer verbindlichen Gemeinschaft, einem Kloster als fester Basis für eine Revitalisierung der Gemeinden. Sie sind die erste friesische Gemeinschaft, die den monastischen Weg wählt - das ist 2010 - mit der Stiftung Nijkleaster. Sie entwickeln einen Finanzierungsplan für 7 Jahre - 2012-19, der Grundlage der Förderung der PKN ist und erhalten je 100 000 € pro Jahr und Unterstützung der regionalen Verwaltung. Sie kaufen in der Nähe einen alten Bauernhof "Westerhûs" auf, der ursprünglich zu einem Frauenkloster gehörte und beginnen ihn auszubauen - kalkulierte Kosten 4,5 Mill €.

Bald soll er Platz für die 12 Menschen bieten, die sich jetzt auf das kommunitäre Zusammenleben vorbereiten, Ehepaare, Singles und für 12 Gäste.
Ein Ort zur Besinnung, zum Aufatmen, Gespräch, Freude, Erholung und Menschen mit dem Evangelium in Kontakt zu bringen - durch Stille - Besinnung und Gemeinschaft.

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