Links überspringen

Umbau der EKM

Umbau der EKM — Erpro­bungs­räume

Hinter­gründe, erste Erfolge, Probleme und Perspek­ti­ven

Wo Kirche in eine Minder­hei­ten­si­tua­tion gerät oder Tradi­tio­nen wegbre­chen, macht die Fort­füh­rung klas­si­scher paro­chia­ler Grund­ver­sor­gung wenig Sinn. Die Evan­ge­li­sche Kirche in Mittel­deutsch­land (EKM) hat unter dem Schlag­wort »Erpro­bungs­räume« ein Groß­pro­jekt für inno­va­tive christ­li­che Sozi­al­for­men gestar­tet. Über Hinter­gründe, erste Erfolge, Probleme und Perspek­ti­ven — Ein Beitrag von Thomas Schle­gel.

Was sind Erpro­bungs­räume?

Ob Gina weiß, was ein Erpro­bungs­raum ist? Sicher nicht. Muss sie auch nicht. Obwohl sie zu einem gehört, von dem sie offen­bar begeis­tert ist: »Jedes Mal bekommt man was mit, was einem total viel bringt, was man vorher noch nicht so bedacht hat … und noch viel schö­ner ist es, sich mit ande­ren darüber auszu­tau­schen.« Sie spricht über faithtime, den Jugend­got­tes­dienst von Herz­schlag in Nord­hau­sen. Herz­schlag ist eine Kirche von Jugend­li­chen für Jugend­li­che, die es gekonnt versteht, zentrale Ange­bote mit dezen­tra­ler Wirkung zu kombi­nie­ren: In klei­nen Grup­pen tref­fen sich Jugend­li­che verläss­lich und persön­lich an unter­schied­lichs­ten Orten – und alle gemein­sam in ihrer Kirche, die sie selbst gestal­ten und füllen: die Alten­dor­fer Klos­ter­kir­che St. Maria im Tale. »Herz­schlag bedeu­tet für mich im ganz großen Sinn Gemein­schaft und Glaube … das gibt einem schon irgend­wie so’n Rück­halt, dass man weiß: Die zählen auf dich, die rech­nen mit dir und freuen sich auch immer, dich zu sehen. Es ist wie eine zweite Fami­lie – fast schon so.«1

Seit 2016 ist Herz­schlag ein Erpro­bungs­raum der Evang. Kirche in Mittel­deutsch­land (EKM). In Erpro­bungs­räu­men sollen »andere Sozi­al­for­men von Kirche erprobt werden«2. Einige Aspekte dieser Defi­ni­tion werden im Folgen­den näher beleuch­tet.

Soziale Räume

Der Raum, von dem hier die Rede ist, ist nicht geogra­phisch oder juris­tisch zu verste­hen, sondern sozial. Es geht nicht um Gebäude, Gesetze oder Regio­nen3, sondern um eine andere Form des Mitein­an­ders. Das kann sich beispiels­weise auch virtu­ell reali­sie­ren – wie in dem Konzept der Online-Kirche, die 2017 Erpro­bungs­raum wurde und nun sukzes­sive aufge­baut wird. Passa­gere und fluide Formen, die Kirche von Bezie­hun­gen und weni­ger von Mitglied­schaft her denken, sind eben­falls im Blick (z.B. Markt­treff Creuz­burg, Engel am Zug in Erfurt).

Erpro­bungs­räume werden inzwi­schen vermehrt einge­for­dert, gerade an den Stel­len, an denen die gewohnte Praxis ins Stocken gerät. So werden in Erpro­bungs­re­gio­nen andere Formen des pasto­ra­len Mitein­an­ders auspro­biert (z.B. klas­sisch im Kirchen­kreis Witt­stock-Ruppin4). Oder »in defi­nier­ten Gestal­tungs­räu­men gibt es die ›Erlaub­nis‹, tradi­tio­nelle … Ange­bote nicht mehr zu machen«5. Bei der Daseins­vor­sorge in entle­ge­nen länd­li­chen Gebie­ten fordern Exper­ten »Frei­räume, um zu expe­ri­men­tie­ren«6. Sie treten z.B. für eine Locke­rung der Berufs­ord­nung für Ärzte ein, so dass diese mehr Frei­hei­ten haben, in mobi­len Praxen »umher­zu­zie­hen«7. Oft liegt die Stoß­rich­tung solcher Forde­run­gen darin, in Erpro­bungs­räu­men recht­li­che bzw. orga­ni­sa­to­ri­sche Hürden exem­pla­risch außer Kraft zu setzen. Deswe­gen war beispiels­weise die Struk­tur­ver­än­de­rung im Kirchen­kreis Witt­stock-Ruppin flan­kiert von einem Erpro­bungs­ge­setz der Evang. Kirche Berlin-Bran­den­bur­g/­Schle­si­sche Ober­lau­sitz (EKBO).

Die Erpro­bungs­räume der EKM gehen bewusst einen ande­ren Weg. Denn juris­ti­sche Engfüh­run­gen verhin­dern i.d.R. nicht eine verän­derte Praxis. Wich­ti­ger als ein voraus­ei­len­des Außer-Kraft-Setzen von Regeln ist die Moti­va­tion von Akteu­ren, Neues auszu­pro­bie­ren. »Erlaub­nis von oben« reicht dafür nicht (mehr) aus. Wenn im Einzel­fall dennoch Hürden auftau­chen, versucht die Landes­kir­che erst dann, pass­ge­naue Lösun­gen zu finden.8

Damit wird die entschei­dende Frage thema­ti­siert, wer eigent­lich Subjekt der Erpro­bung ist: Erprobt dort das Landes­kir­chen­amt neue Ideen oder probie­ren Chris­ten vor Ort, das Evan­ge­lium auf neue Weise zu kommu­ni­zie­ren? Versucht die Landes­kir­che beispiels­weise, durch einen verän­der­ten Einsatz von Pfar­re­rin­nen und Pfar­rern in Modell­re­gio­nen für ihre künf­tige Perso­nal­po­li­tik zu lernen? Dies wäre im Grunde ein zentra­lis­ti­sches und hier­ar­chi­sches Modell, weil die Fäden »oben« zusam­men­lau­fen. Anders, wenn Chris­ten vor Ort mit neuen Wegen expe­ri­men­tie­ren, Kirche zu sein. Dazu lädt sie die EKM mit den Erpro­bungs­räu­men ein. Chris­ten in Städ­ten und Dörfern sind die Subjekte der Erpro­bun­gen. Die Landes­kir­che versucht, die Prozesse frei­zu­ge­ben und tritt dabei als Ermög­li­cher auf.

Andere volks­kirch­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­prin­zi­pien

Ein Erpro­bungs­raum soll anders sein, und zwar nicht unbe­dingt in Symbo­lik, Theo­lo­gie oder Bekennt­nis, sondern in Bezug auf volks­kirch­li­che Orga­ni­sa­ti­ons­prin­zi­pien. Die basa­len Merk­male Paro­chie, haupt­amt­li­cher Pfar­rer und Gebäude werden an einer Stelle außer Acht gelas­sen, wie z.B. bei der Jugend­kir­che: Ihre Ziel­gruppe sind nicht die Kirchen­mit­glie­der des Pfarr­be­reichs, sondern Jugend­li­che in der Region. Herz­schlag arbei­tet nicht paro­chial.

Frei­lich zeigt sich an der Jugend­kir­che auch, dass anders nicht unbe­dingt neu heißen muss. Denn trotz der Modi­fi­ka­tion um die dezen­trale Wirkung ist das Konzept nicht »neu« im Sinne von »völlig neu«. Aber in Nord­hau­sen bzw. dem Kirchen­kreis Südharz ist es neu – und somit auch inno­va­tiv, denn »Inno­va­tion bezieht sich auf soziale Kontexte, so dass glei­che Hand­lun­gen in unter­schied­li­chen Kontex­ten und mit verschie­den­ar­ti­gen Ziel­be­stim­mun­gen durch­aus inno­va­tiv sein können.«9 Es geht also nicht darum, »Dinge zum aller­ers­ten Mal zu denken, also zu erfin­den, sondern viel­mehr …, bereits Bestehen­des oder Bekann­tes in einem ande­ren Setting neu zu denken.«10

Eröff­nen von Frei­räu­men

Erpro­bungs­räume werden mit o.g. Defi­ni­tion vor allem nega­tiv beschrie­ben: Die Kirchen­for­men sollen »anders« sein. Wie »anders« konkret aussieht, gibt die Landes­kir­che bewusst nicht vor. Das Logo der Erpro­bungs­räume zeigt eine offene Klam­mer, die in der Mitte einen Frei­raum bzw. einen Leer­raum entste­hen lässt. Genau darum geht es: Um das Eröff­nen von Frei­räu­men, in denen mit ande­ren Kirchen­for­men expe­ri­men­tiert werden kann.

Das Logo ruft norma­ler­weise eine doppelte Asso­zia­tion hervor: Die offene Klam­mer verweist auf das Weglas­sen. Einen Frei­raum zu haben, impli­ziert das Ausbre­chen aus manch belas­ten­der Praxis, so z.B. das Bestands­ver­wal­ten von Gebäu­den und Tradi­tio­nen in den großen länd­li­chen Pfarr­be­rei­chen. Ande­rer­seits weckt die offene Klam­mer krea­tive Ener­gie. Der Frei­raum als Spiel­wiese, auf der neue Ideen gebo­ren und verwirk­licht werden können. Inter­es­sant an dieser Reak­tion, dass sie eine kyber­ne­ti­sche Konjunk­tion andeu­tet: Neue Gemein­de­for­men können nur entste­hen, wenn Bestehende ster­ben. Bewähr­tes um jeden Preis am Leben zu erhal­ten, behin­dert das Wach­sen von Neuem. Inso­fern ist dem Ster­ben-Lassen und Trau­ern künf­tig beson­dere Aufmerk­sam­keit zu schen­ken.

Was meint »Erpro­ben«?

Natür­lich legt die Defi­ni­tion auch posi­tiv fest: Erpro­bungs­räume sind Räume, in denen »andere Sozi­al­for­men von Kirche erprobt werden«. Als spezi­fi­sche Diffe­renz solcher Räume werden neben »anders« bzw. »Kirche« markiert: das Erpro­ben.

Da die Chris­ten sowohl in volks­kirch­li­chen Ecken als auch reli­gi­ons­lo­sen Gebie­ten der EKM agie­ren, sehen neue Formen von Kirche ganz verschie­den aus. Es kann immer nur kontex­tu­elle, also dezen­trale Antwor­ten geben. Diese Viel­falt ist ein Indi­ka­tor für ein komple­xes Umfeld. Auf das Cyne­fin-Frame­work ist inzwi­schen viel­fach rekur­riert worden11, die Beschrei­bung verschie­de­ner Lebens­räume half bei den Stra­te­gie­über­le­gun­gen. Weder das Setzen auf best prac­tice in einem simp­len Kontext noch das Orien­tie­ren an guter Praxis unter kompli­zier­ten Bedin­gun­gen war ange­zeigt, sondern der Drei­schritt Probie­ren-Wahr­neh­men-Antwor­ten. Verän­derte Ansätze stel­len sich im komple­xen Umfeld ein (emer­gent) und erst im Nach­hin­ein können Zusam­men­hänge verstan­den werden, wenn es sie über­haupt gibt (chao­tic cyne­fin). Sich mit Entde­cker­lust voran­zu­tas­ten – darauf kommt es in diesen Berei­chen an.

In den Erpro­bungs­räu­men zeigt sich diese Haltung u.a. daran, dass die Handeln­den nicht wissen, was mittel­fris­tig passie­ren wird. Sie fahren auf Sicht. Dies erfor­dert Vertrauen und Fehler­freund­lich­keit – und zwar vor Ort und auf landes­kirch­li­cher Ebene. Denn wo auspro­biert wird, geht auch manches schief. Schei­tern, Fehler und Sack­gas­sen müssen zuge­las­sen werden. Wo abre­chen­ba­rer Erfolg und ausge­feilte Projekt­pläne erwar­tet werden, entsteht eine Atmo­sphäre, in der man nicht expe­ri­men­tie­ren kann.

Es entsteht Kirche

So unbe­rührt und offen der Raum des Klam­mer­lo­gos auch sein mag: Darin soll Kirche entste­hen. Dies ist das einzige inhalt­li­che Krite­rium, dem ein Erpro­bungs­raum genü­gen muss. Das heißt aber auch: Es muss nichts ande­res als Kirche entste­hen. Die gefor­derte Anders­ar­tig­keit bezieht sich auf das Wie, nicht auf das Was. Frei­lich hat man damit die Sache nicht verein­facht, sondern verkom­pli­ziert. Denn alle ekkle­sio­lo­gi­schen Probleme liegen nun auf dem Tisch: Was ist Kirche? Um das zu beschrei­ben, haben wir eher vermit­telnd verschie­dene Tradi­ti­ons­li­nien kompi­liert: die klas­si­schen drei (bzw. vier) Grund­voll­züge, die Confes­sio Augustana und Impulse aus der angli­ka­ni­schen Gemein­de­ent­wick­lung. Sie sind einge­flos­sen in gewisse Merk­male, die den Erpro­bungs­räu­men zu eigen sein sollen. Diese Merk­male sind noch mit situa­ti­ons­be­zo­ge­nen Erfor­der­nis­sen ange­rei­chert worden. So weist ein Erpro­bungs­raum folgende Kenn­zei­chen auf:

1. In ihnen entsteht Gemeinde Jesu Christi neu.
2. Sie über­schrei­ten die volks­kirch­li­che Logik an mindes­tens einer der folgen­den Stel­len: Paro­chie, Haupt­amt, Kirchen­ge­bäude.
3. Sie errei­chen die Uner­reich­ten mit dem Evan­ge­lium und laden sie zur Nach­folge ein.
4. Sie passen sich an den Kontext an und dienen ihm.
5. In ihnen sind frei­wil­lig Mitar­bei­tende an verant­wort­li­cher Stelle einge­bun­den.
6. Sie erschlie­ßen alter­na­tive Finanz­quel­len.
7. In ihnen nimmt gelebte Spiri­tua­li­tät einen zentra­len Raum ein.

Wo stehen wir?

Erpro­bungs­raum der EKM kann werden, wer oder was diese sieben Krite­rien erfüllt (oder zu erfül­len beab­sich­tigt)12 und sich bewirbt. Wer nur vier Krite­rien entspricht, kann einen klei­nen Erpro­bungs­raum bean­tra­gen und eine Einmal­för­de­rung erhal­ten.13 Bewer­ben können sich Initia­ti­ven, Kirchen­ge­mein­den oder Kirchen­kreise. Bisher gab es zwei Antrags­wel­len, 2016 und 2017. Mittels Ausschrei­bung wurde auf die Bewer­bungs­mo­da­li­tä­ten aufmerk­sam gemacht; zu einem fest­ge­setz­ten Stich­tag schließt das Zeit­fens­ter und die Steue­rungs­gruppe wählt aus den Bewer­bern die Erpro­bungs­räume bzw. deren Förde­rung aus. Das gestufte Auswahl­ver­fah­ren führt nicht nur zu der einfa­chen Entschei­dung »angenommen/abgelehnt«, sondern legt auch fest, ob evalu­iert, fach­lich und juris­tisch bera­ten und/oder finan­zi­ell geför­dert wird. Denn all das kann man bean­tra­gen, die Projekt­kos­ten jedoch nur zu einer Höhe von 50%.

Derzeit gibt es in der EKM 27 »große« und 5 »kleine« Erpro­bungs­räume. Wenn man sie syste­ma­ti­sie­ren will, fällt das schwer. Zu unter­schied­lich das Setting, die Ziel­grup­pen und der Ansatz­punkt. Immer­hin, wenn man diese Kate­go­rien zur Hilfe nimmt, zeigen sich Über­schnei­dun­gen: Am auffäl­ligs­ten sicher bei den sieben Stadt­teil­pro­jek­ten, die alle­samt in den stark entkirch­lich­ten DDR-Plat­ten­bau­ge­bie­ten veror­tet sind: ob in Sten­dal, in Sömmerda, Gera, Gotha oder Erfurt. Sie haben eine diako­ni­sche Ausrich­tung und wenden sich beson­ders den sozial Schwa­chen zu, die in diesen Wohn­ge­bie­ten häufi­ger zu Hause sind. Es geht um Haus­auf­ga­ben­hilfe, Tafel­ar­beit, Paten­schafts­pro­gramme, Frei­zeit­be­treu­ung in Sport und Spiel – bis hin zu Wieder­ein­glie­de­rungs­maß­nah­men für straf­fäl­lig Gewor­dene. Doch im Unter­schied zu kari­ta­ti­ven Einrich­tun­gen, die ein ähnli­ches Ange­bot vorhal­ten, verste­hen sich die Stadt­teil­pro­jekte als Kirche. Sie insze­nie­ren mit den Kindern bibli­sche Geschich­ten und gestal­ten mit Erwach­se­nen Glau­bens­kurse.

Eine weitere Beson­der­heit ist das Prin­zip der Nähe: Die Mitar­bei­ter kommen nicht einge­flo­gen, sondern sie wohnen (meist) auch im Plat­ten­bau. Sie sind Nach­barn und gehö­ren so dazu. Es geht weni­ger um Ange­bote als um gelebte Bezie­hun­gen. In Gotha hat der Kirchen­kreis einen Pfar­rer in die DDR-Platte entsandt, um dort völlig neu Kirche zu bauen (www.kirchenkreis-gotha.de/28671.html). Im Erfur­ter Norden ist es ein Team von Ehren­amt­li­chen, die z.T. unter großem Verzicht seit 10 Jahren am Roten Berg wohnen (www.jesus-projekt-erfurt.de).

Beim Blick auf die Ziel­grup­pen fällt auf, dass neun Erpro­bungs­räume vornehm­lich mit jungen Menschen arbei­ten. Die Spanne reicht frei­lich von Kindern bis jungen Erwach­se­nen. Die evan­ge­li­sche Grund­schule Hett­stedt beispiels­weise versteht sich selbst als »kirch­li­cher Ort«14: Hier soll es nicht nur um Werte- und Wissens­ver­mitt­lung gehen, sondern um gemein­same Spiri­tua­li­tät und Seel­sorge. Wenn Schü­ler abge­holt werden, ist die Pfar­re­rin da, bietet schon mal einen Kaffee an und kommt mit den Eltern unge­zwun­gen ins Gespräch. Liebe­voll herge­rich­tete Räume stehen für Andach­ten und Begeg­nun­gen ausrei­chend zur Verfü­gung. Auch Info­abende über den christ­li­chen Glau­ben hat die enga­gierte Schul­lei­te­rin dort schon statt­fin­den lassen – vor allem für inter­es­sierte Lehrer, die selber aus einem konfes­si­ons­lo­sen Umfeld stam­men. Als ein Netz­werk von jungen Leuten für junge Leute agiert auch die Escola Popu­lar, eine evan­ge­li­sche Capoeira- und Samba­schule. Von Brasi­lien inspi­riert »inter­pre­tie­ren sie Kirchen­lie­der neu, gestal­ten Schul­pro­jekte, Konzerte, Auftritte sowie Gottes­dienste und bauen lokale Grup­pen auf«15. Ihre Auftritte in der Öffent­lich­keit stel­len eine ganz eigene Atmo­sphäre her, die schon manch aufge­heizte Stim­mung bei Demons­tra­tio­nen befrie­det hat. Als Erpro­bungs­raum will die Escola Popu­lar Akti­ons­ge­mein­den an verschie­de­nen Stel­len aufbauen, die sich um Gottes­dienste an öffent­li­chen Orten herum bilden.

Mögli­cher­weise reichen schon die kurzen Skiz­zen, um eines zu verdeut­li­chen: Meis­tens gab es die Initia­ti­ven schon vor dem landes­kirch­li­chen Prozess der Erpro­bungs­räume. 16 der 27 Projekte waren bereits gestar­tet, bei fünf hat sich durch die Aufnahme in das Programm eine neue Dyna­mik einge­stellt und nur sieben sind wirk­lich völlig neu. Für sie bildete der landes­kirch­li­che Prozess den Anlass, eine z.T. länger gehegte Idee umzu­set­zen. Das bedeu­tet auch, dass die Erpro­bungs­räume bisher bereits Bestehen­des einsam­meln, den ande­ren Gemein­de­for­men Schutz gewäh­ren, sie beglei­ten und voran­zu­brin­gen suchen. Die landes­kirch­li­che Appro­ba­tion bedeu­tet den Akteu­ren vor Ort meist viel: Aner­ken­nung und Wert­schät­zung. Außer­dem bringt es die Pioniere unter einem Schirm zusam­men und bietet Möglich­kei­ten der Vernet­zung, Weiter­bil­dung etc.

Ziel des Prozes­ses ist es frei­lich, dass sich Chris­ten mit Pionier­geist und Verän­de­rungs­wil­len durch das landes­kirch­li­che Programm aufma­chen, neue Wege zu beschrei­ten. Dazu ist die Frage der Kultur entschei­dend – nicht so sehr einzelne Modelle. Wie wird jemand »ange­se­hen«, der Verän­de­rungs­ideen hat? Werden neue Veran­stal­tungs­for­mate mit Argwohn beäugt oder inter­es­siert disku­tiert? Verspü­ren Kriti­ker die Frei­heit, ihrem Ärger Luft zu machen? Mit den Erpro­bungs­räu­men will die EKM einen Schritt in Rich­tung inno­va­ti­ons­freund­li­che Kirche gehen.

Histo­risch hat der Prozess seinen Ursprung in der Koope­ra­tion bzw. Fusion der beiden frühe­ren Landes­kir­chen in Thürin­gen und Sach­sen-Anhalt. In der Verfas­sung der EKM aus dem Jahre 2008 sind andere Gemein­de­for­men ausdrück­lich vorge­se­hen: »Gemeind­li­ches Leben geschieht auch in verschie­de­nen Berei­chen der Bildung, im Zusam­men­hang beson­de­rer Berufs- und Lebens­si­tua­tio­nen, in geist­li­chen Zentren und in Grup­pen mit beson­de­rer Prägung von Fröm­mig­keit und Enga­ge­ment sowie in Gemein­den auf Zeit.« (Art. II, Abs. 2) Den Schwung der Verei­ni­gung nahm die erste Landes­syn­ode mit, dachte und plante unter dem Motto »Als Gemeinde unter­wegs«. Sie wollte in den ganzen Struk­tur­de­bat­ten einen Kontra­punkt setzen: »Fragen und Themen der inne­ren und geist­li­chen Entwick­lung unse­rer Kirche und ihrer Gemein­den«16 waren auf der Agenda. Maßgeb­lich inspi­riert wurde der Prozess durch program­ma­ti­sche Bischofs­be­richte, z.B. in den beiden Früh­jah­ren 2012/2013.17 Wieder­holt forderte Landes­bi­schö­fin Ilse Junker­mann den Umbau. »Gemeinde neu zu denken« sei das Stich­wort. Als man beim Gemein­de­kon­gress 2012 in Halle/S. merkte, wie viele Menschen in der EKM dies bereits tun, war es zu den Erpro­bungs­räu­men nur noch ein klei­ner Schritt.18

So unter­stützte die Landes­syn­ode im Herbst 2014 den vorge­leg­ten Projekt­ent­wurf »Erpro­bungs­räume« und ermu­tigte, »neue Gemein­de­for­men im säku­la­ren Kontext zu erpro­ben. Hierzu bedarf es einer großen Offen­heit. Die Landes­syn­ode bittet das Landes­kir­chen­amt, eine Steue­rungs­gruppe zur weite­ren Ausge­stal­tung des Projek­tes einzu­set­zen und ihr über den Stand des Projek­tes regel­mä­ßig zu berich­ten.«19 Mit diesem knap­pen Beschluss waren die Erpro­bungs­räume gebo­ren und das Projekt­de­sign vorge­ge­ben: Eine vom Kolle­gium des Landes­kir­chen­am­tes einge­setzte Steue­rungs­gruppe regelt das opera­tive Geschäft. Ihr gehö­ren zwölf Vertre­ter unter­schied­li­cher Berei­che und Regio­nen an. Der Fach­bei­rat beglei­tet deren Arbeit kritisch. Die Geschäfts­füh­rung der »Erpro­bungs­räume« liegt im Dezer­nat Gemeinde (Refe­rat Gemeinde und Seel­sorge) des Landes­kir­chen­am­tes. An der Evalua­tion des Prozes­ses sowie einzel­ner Projekte sind das IEEG der Uni Greifs­wald sowie das SI der EKD betei­ligt. Zur finan­zi­el­len Ausstat­tung hat die Landes­syn­ode damals 2,5 Mio. Euro bewil­ligt, ein Betrag, der inzwi­schen zwei­mal aufge­stockt werden konnte.

Hinter­gründe und Moti­va­tion

Hinter­grund und zugleich Moti­va­tion zum Projekt sind verschie­dene Entwick­lun­gen, die hier skiz­zen­haft darge­stellt werden:

1) Seit eini­gen Jahren schon lässt sich in der EKM beob­ach­ten, dass bishe­rige volks­kirch­li­che Muster, bewährte Prak­ti­ken und Sozi­al­for­men dysfunk­tio­nal gewor­den sind. Sie passen nicht mehr in eine Minder­hei­ten­si­tua­tion, sind aber weit­ge­hend fort­ge­führt worden. So gehor­chen kirch­li­che Planun­gen noch immer dem Para­digma einer flächen­de­cken­den haupt­amt­li­chen Versor­gungs­kir­che. Über­deh­nung, Frus­tra­tion und Ermü­dung sind die Folgen. »Die Entwick­lung ist an einem Punkt ange­langt, an dem deut­lich gesagt und einge­stan­den werden muss: Wir sind am Ende unse­rer bishe­ri­gen Möglich­kei­ten. Für viele ist bitter: Alle Anstren­gun­gen bisher konn­ten die Verän­de­run­gen nicht stop­pen. Waren sie vergeb­lich, die Zusam­men­schlüsse …, die Neuzu­schnitte von Dienst­auf­trä­gen, … die kompli­zier­ten Gottes­dienst­pläne, die vielen gefah­re­nen Kilo­me­ter, die vielen Arbeits­stun­den? So fragen sich viele.«20

2) Abschied nehmen und Ster­ben lassen führt zu neuen Frei­räu­men. Eine konstruk­tive Ratlo­sig­keit bricht sich Bahn. »Radi­kal verän­derte Situa­tio­nen … besit­zen das Poten­zial, Inno­va­tio­nen zu stimu­lie­ren.«21 So kommt es neben den Erfah­run­gen mit Abbrü­chen auch zu ermu­ti­gen­den Aufbrü­chen: Die Pfarr­scheune wird zum Begeg­nungs­zen­trum im Dorf, Gemein­den feiern auch ohne Pfarrer*in Gottes­dienst, in Stadt­teil­zen­tren werden neue Ziel­grup­pen mit dem Evan­ge­lium erreicht etc. Diese Aufbrü­che orien­tie­ren sich weni­ger an gewach­se­nen Struk­tu­ren. Geogra­phi­sche Zustän­dig­kei­ten spie­len eine unter­ge­ord­nete Rolle. Statt auf Ange­bote zu festen Zeiten setzen sie auf netz­werk­ar­tige Struk­tu­ren, spon­tane Begeg­nun­gen und persön­li­che Bezie­hun­gen. Solche Aufbrü­che sollen mit den Erpro­bungs­räu­men gesucht, geför­dert und verstärkt werden.

3) Mit den skiz­zier­ten Entwick­lun­gen steht die EKM bzw. die EKD nicht allein: Ganz ähnlich ergeht es Bistü­mern und Landes­kir­chen in der euro­päi­schen Nach­bar­schaft bzw. manch etablier­ten Kirchen welt­weit. Neben dem allge­mei­nen Nieder­gang und der Dysfunk­tio­na­li­tät von Sozi­al­struk­tu­ren lässt sich dort das Entste­hen von ande­ren Gemein­de­for­men beob­ach­ten. So gibt es in der rasant schrump­fen­den Protes­tan­ti­schen Kirche in den Nieder­lan­den inzwi­schen 84 pioniersplek­ken, in denen ca. 5000 Perso­nen das erste Mal mit dem Glau­ben in Berüh­rung gekom­men sind.22 In Frank­reich und Öster­reich grün­det man Basis­ge­mein­den (Poitiers, Linz) oder ruft die »nouvelle Paroisse« (Lyon) aus.23 In Groß­bri­tan­nien schließ­lich ist man schon 2004 darauf aufmerk­sam gewor­den, dass sich an der Basis neue Formen von Kirche etabliert haben (fresh expres­si­ons of church).24 Wohin diese Umbrü­che jeweils führen, ist nicht klar auszu­ma­chen. Das Handeln der Kirchen­lei­tun­gen erfolgt (meist) tastend, reagie­rend und ermög­li­chend. Man nimmt auf, was bereits wächst, fördert es, versucht es zu multi­pli­zie­ren und expe­ri­men­tiert mit neuen Wegen.

4) Auch in ande­ren gesell­schaft­li­chen Teil­be­rei­chen werden bishe­rige Sozi­al­for­men porös, neue brechen sich – meist von der Basis her – Bahn. In der Sozio­lo­gie unter­sucht man solche Sozia­len Inno­va­tio­nen, die durch mehr Parti­zi­pa­tion der direkt betrof­fe­nen Menschen zu einer besse­ren Befrie­di­gung der Bedürf­nisse führen (z.B. Carsha­ring).25 LEADER als Programm für länd­li­che Entwick­lung zeigt dabei, welche Rolle leiten­des Handeln inne­hat: das Zusam­men­brin­gen loka­ler Akteure, das Aufgrei­fen und Ermög­li­chen ihrer Ideen. Solche Ansätze in Stadt- und Regio­nal­pla­nung zu beob­ach­ten, ist eine weitere wich­tige Inspi­ra­ti­ons­quelle für den landes­kirch­li­chen Prozess der Erpro­bungs­räume.

Heraus­for­de­run­gen und offene Fragen

Die bereits skiz­zierte Stra­te­gie des prozess­haf­ten Voran­tas­tens betrifft auch die Ebene der landes­kirch­li­chen Steue­rung. Es gibt damit bisher wenige Erfah­run­gen. Die Erpro­bungs­räume stel­len bislang ein singu­lä­res Programm in der EKD dar. So gab es immer wieder Punkte, wo die Steue­rungs­gruppe nach­jus­tiert hat. Und auch weiter­hin sind wir mit Fragen konfron­tiert, deren kurzes Skiz­zie­ren diesen Beitrag beschlie­ßen soll:

1) Wo ordnet man einen Erpro­bungs­raum in der Land­schaft der kirch­li­chen Körper­schaf­ten ein? Als Werk? Als Kirchen­ge­meinde? Als Verein? Zunächst wenig beach­tet, taucht dieses Thema verstärkt auf. Neulich hörten wir von dem Wunsch zweier Erpro­bungs­raum-Besu­cher, getauft zu werden. Wer ist dafür zustän­dig? In welche Bücher werden sie einge­tra­gen? Wer erhält die Kirchen­steuer für sie? Die bishe­rige Rege­lung, dass die jewei­lige Paro­chie einspringt, ist auf Dauer nicht befrie­di­gend. Aller­dings benö­ti­gen die Erpro­bungs­räume auch »leichte« Struk­tu­ren. Sonst drohen sie, schwer­fäl­lig und unbe­weg­lich zu werden.

2) Wie steu­ert man eigent­lich Verän­de­rungs­pro­zesse »von oben«? Die eigent­li­chen Erneue­run­gen werden von den Menschen vor Ort getra­gen. Doch wie erreicht und moti­viert man sie? Die landes­kirch­li­che Steue­rung der Erpro­bungs­räume setzte bisher auf Ausschrei­bun­gen im inter­nen Pres­se­or­gan, Veröf­fent­li­chun­gen im Amts­blatt und Refe­rate in leiten­den Gremien. Dies alles sind bewährte Instru­mente einer Insti­tu­tion. Die Reich­wei­ten­pro­ble­ma­tik wird auch nur begrenzt durch eine verän­derte Öffent­lich­keits­ar­beit gelöst, denn zentrale und teure Kampa­gnen verpuf­fen allzu leicht. Um Verän­de­rungs­wil­lige an der Basis zu errei­chen, bedarf es einer Steue­rung im Netz­werk. Gerade, weil Chris­ten mit Pionier­geist eher Grenz­gän­ger sind und selten in Gremien sitzen. Derzeit erpro­ben wir alter­na­tive Instru­mente bzw. Kanäle.

3) Was kommt nach den Erpro­bungs­räu­men? Das landes­kirch­li­che Programm ist zeit­lich befris­tet. Nur fünf, maxi­mal sechs Jahre kann die Förde­rung gewährt werden. Sie ist eher als Start­hilfe zu verste­hen. Nach eini­ger Zeit müssen die Initia­ti­ven auf eige­nen Füßen stehen. Deshalb sollen sie von Beginn an »alter­na­tive Finanz­quel­len« erschlie­ßen und bekom­men nur 50% geför­dert. Aller­dings wissen wir, dass neue Gemein­de­for­men Zeit brau­chen, bis sie sich etabliert haben. Die Protes­tan­ti­sche Kirche in den Nieder­lan­den formu­liert eine ihrer Lern­er­fah­run­gen mit dem »Pionee­ring« so: »More time needed than expec­ted! … Expe­ri­ence teaches us that pionee­ring places usually need five to ten years before they can be self-reli­ant.«26 Dieser eminent wich­tige Punkt der Nach­hal­tig­keit wird die Steue­rungs­gruppe weiter beschäf­ti­gen.

 

 

 

Anmer­kun­gen:

1 Mehr darüber unter www.herzschlag.me. Die Aussa­gen wurden von Gina während eines Video­drehs gemacht.

2 So sagt es die »Ordnung« für das Projekt »Erpro­bungs­räume« vom 27.10.2015. Zu finden unter www.erprobungsraeume-ekm.de.

3 So werden Erpro­bungs­räume z.B. in der Juni 2016-Ausgabe der »Zeit­schrift für Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung und Gemein­de­be­ra­tung« verstan­den: Die Rubrik »Erpro­bungs­räume« wird mit folgen­der Frage näher bestimmt: »Welche Verän­de­run­gen in der regio­na­len Zusam­men­ar­beit tauchen auf?« (Heft 16, Juni 2016, 5).

4 Vgl. dazu die Evalua­tion der Reform des Kirchen­krei­ses Witt­stock-Ruppin, hg. v. Martin Alex, Juliane Klee­mann und David Lissig, (Mate­rial des EKD-Zentrum für Mission in der Region) Dort­mund 2012.

5 Eine der Möglich­kei­ten im Prozess »So kann es gehen … – Gemein­den erpro­ben neue Wege«, der beim Gemein­de­dienst der Nord­kir­che ange­sie­delt ist (vgl. www.gemeindedienst-nordkirche.de/aktuelles/nachrichten/gemeinden-erproben-neue-wege.html).

6 So Manuel Slupina in Land­In­Form 2/2015, 47. Der Beitrag ist über­schrie­ben mit: »Wir brau­chen Frei­räume, um zu expe­ri­men­tie­ren.«

7 Vgl. dazu die Studie des Berlin-Insti­tuts für Bevöl­ke­rung und Entwick­lung (Hg.), Von Hürden und Helden. Wie sich das Leben auf dem Land neu erfin­den lässt, Berlin 2015, 11–18.28–30.

8 Gesprä­che mit Vertre­tern der west­fä­li­schen Landes­kir­che haben uns darin bestärkt. Nach einge­hen­der Diskus­sion dieser Frage hatte man sich dort entschie­den, einzel­fall­be­zo­gen zu reagie­ren.

9 Stephan Beetz, Inno­va­ti­ons­mi­lieus und Inno­va­ti­ons­deu­tun­gen in länd­lich-peri­phe­ren Regio­nen, in: Land­liebe-Land­le­ben. Länd­li­cher Raum im Spie­gel von Sozi­al­wis­sen­schaf­ten und Planungs­theo­rie, hg. v. Uwe Altrock u.a. (Planungs­rund­schau 12/2005), 51–67, 64.

10 Thomas Schlegel/Jörg Zehelein/Claudia Heidig/Andreas Turetschek/Stefanie Schwen­ken­be­cher und Heike Brei­ten­stein, Land­auf­wärts – Inno­va­tive Beispiele missio­na­ri­scher Praxis in peri­phe­ren, länd­li­chen Räumen. Die Greifs­wal­der Studie, in: Frei­raum und Inno­va­ti­ons­druck. Der Beitrag länd­li­cher Kirchen­ent­wick­lung in »peri­phe­ren Räumen« zur Zukunft der evan­ge­li­schen Kirche, hg. v. Kirchen­amt der EKD, (KiA 12) Leip­zig 2016, 171–344, 333.

11 Am rele­van­tes­ten in diesem Zusam­men­hang Isabel Hartmann/Reiner Knie­ling, Gemeinde neu denken. Geist­li­che Orien­tie­rung in wach­sen­der Komple­xi­tät, Güters­loh 2014.

12 Frei­lich können Projekte, die noch nicht gestar­tet sind, die Einhal­tung der Krite­rien nur beab­sich­ti­gen.

13 Diese gestufte Vari­ante haben wir von Beginn an mitge­dacht, um die Latte für klei­nere Projekte nicht zu hoch zu hängen.

14 So die immer noch hilf­rei­che Formu­lie­rung von Uta Pohl-Pata­long, Von der Orts­kir­che zu kirch­li­chen Orten: ein Zukunfts­mo­dell, 2. erw. und überarb. Aufl., Göttin­gen 2006.

15 Vgl. www.escola-popular.de.

16 So beschrieb Diet­lind Stein­hö­fel den Weg in »Glaube und Heimat« (2.12.2014).

17 Ilse Junker­mann, »Ihr alle seid durch die Taufe beru­fen …!« (Früh­jahr 2012) und »… sondern die zukünf­tige suchen wir.« (Früh­jahr 2013). Zu finden unter www.ekmd.de/kirche/landesbischoefin/berichte_synode/.

18 Der Kongress stand unter dem Motto »Lass wach­sen.« Gemein­den der EKM wurden gebe­ten, ihre tägli­che und außer­all­täg­li­che Arbeit zu präsen­tie­ren. Der Kata­log gibt noch immer einen leben­di­gen Eindruck von der Viel­zahl der Initia­ti­ven www.gemeindedienst-ekm.de/service-kontakt/archiv/gemeindekongress/.

19 So der Beschluss 6.2 der 14. Tagung der I. Landes­syn­ode vom 19.–22. Novem­ber 2014 in Erfurt. Nähe­res unter www.ekmd.de/kirche/landessynode/tagungen/.

20 Ilse Junker­mann, Gemeinde neu finden – vom Rück­bau zum Umbau, in: VELKD-Infor­ma­tio­nen 145/2014, 2–6, hier 2f.

21 Eber­hard Hauschildt/Michael Herbst/Thomas Schle­gel, Gemein­sa­mes Fazit und Thesen, in: Frei­raum und Inno­va­ti­ons­druck (vgl. Anm. 10), 399–406, hier 405.

22 www.protestantsekerk.nl/pionieren.

23 Vgl. dazu das schon klas­si­sche Einfüh­rungs­buch: Rein­hard Feiter/Hadwig Müller (Hg.), Was wird jetzt aus uns, Herr Bischof? Ermu­ti­gende Erfah­run­gen der Gemein­de­bil­dung in Poitiers, 6. Aufl., Ostfil­dern 2014.

24 Vgl. www.freshexpressions.org.uk/. Auch in Deutsch­land hat sich ein Netz­werk von Sympa­thi­san­ten gegrün­det, die Idee und Ansatz der engli­schen Bewe­gung in Deutsch­land streuen und für deut­sche Verhält­nisse adap­tie­ren wollen. Die EKM gehört neben fünf ande­ren Landes­kir­chen bzw. Bistü­mern und freien Werken zum »Fresh X — Netz­werk e.V.« (vgl. http://freshexpressions.de/).

25 Vgl. den einfüh­ren­den Reader von Jürgen Howaldt/Heike Jacob­sen (Hg.), Soziale Inno­va­tion. Auf dem Weg zu einem post­in­dus­tri­el­len Inno­va­ti­ons­pa­ra­digma, Wies­ba­den 2010.

26 Protes­tantse Kerk (Hg.), Fingers Crossed. Deve­lop­ments, lessons learnt und chal­len­ges after eight years of pionee­ring, Utrecht 2017, 13.