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Neuauf­bruch I: Wie fange ich an?

Neuauf­bruch I: Wie fange ich an?

Gar nicht selten sind wir seit Beginn der „Erpro­bungs­räume“ Menschen begeg­net, die uns erzähl­ten: „Etwas Neues auszu­pro­bie­ren reizt mich schon, aber wie soll das gehen?“ Natür­lich ist jeder Anfang anders. Es gibt auch kein Geheim­re­zept dafür, wie aus dem Wunsch nach Verän­de­rung leben­di­ger Neuauf­bruch wird. Ohne­hin bleibt es dem Geist Gottes vorbe­hal­ten.

Die Suche nach neuen Wegen lässt sich häufig durch bestimmte Fragen leiten. Dabei spielt ihre Reihen­folge durch­aus eine Rolle. Zum Beispiel lässt sich beob­ach­ten, dass die Frage „Wie fange ich an?“ bei erfolg­rei­chen Neuauf­brü­chen nicht an erster Stelle steht, sondern oft als lähmend empfun­den wird. Sie kann aber zu noch grund­sätz­li­che­ren W‑Fragen führen:

 

  1. WARUM fange ich an?
    Das ist die Frage nach dem ganz Grund­sätz­li­chen. Sie rührt an meinen Glau­ben: Warum bin ich eigent­lich hier? Verspüre ich so etwas wie einen inne­ren Ruf? Weisen mir meine Bega­bun­gen und Fähig­kei­ten viel­leicht eine Rich­tung? Viele berich­ten davon, dass am Anfang ihres Neuauf­bruchs das Gebet stand. Sie haben also diese Fragen an Gott gerich­tet. Fast immer ist das Gebet ein wesent­li­ches Element ihres weite­ren Weges geblie­ben.
  2. WO fange ich an? Oder präzi­ser: WER ist mit mir hier?
    Das ist die klas­si­sche Frage nach dem Kontext. Viele unse­rer Erpro­bungs­räume leben vor allem davon, dass sie in einem bestimm­ten Umfeld unter­wegs sind. Zu Beginn stand die Aufgabe, Menschen wahr­zu­neh­men und gut zuzu­hö­ren: Wie leben die Menschen hier? Was ist ihnen wich­tig? Was sind ihre Fragen und Nöte? Wofür bren­nen sie?
  3. WAS fangen wir zusam­men an?
    Welche Fragen, Themen, Träume teilen wir? Was könnte ein gemein­sa­mes Ziel sein, auf das wir mit verein­ten Kräf­ten zuge­hen? Welche Themen oder Grund­sätze tren­nen uns auch und wie können wir auf diese Unter­schiede Rück­sicht nehmen? Schließ­lich: Haben wir Lust, etwas zusam­men anzu­pa­cken?
  4. WIE fangen wir an?
    Wird die Frage nach dem Wie erst an dieser Stelle gestellt, sind im besten Fall schon mehrere Perso­nen einbe­zo­gen und wich­tige Grund­satz­fra­gen geklärt. Nun kann sich der Blick auf die verschie­de­nen Gaben und Ressour­cen rich­ten. Wer von uns kann welchen Teil beitra­gen? Wer hat welche Kontakte? Wie arbei­ten wir effek­tiv zusam­men? Ein genaues Konzept kann erstellt oder eine Schritt­folge bestimmt werden.
  5. WANN fangen wir an?
    „Alles hat seine Zeit.“, heißt es in der Bibel. Und diese Einsicht bewahr­hei­tet sich auch in Erneue­rungs­pro­zes­sen: Nicht immer ist die Zeit reif für den ganz großen Wurf, manch­mal sind kleine Schritte ange­sagt; dann wieder kommt eine Zeit des tota­len Umbruchs und der großen Entschei­dun­gen; ein ande­res Mal braucht es Zeiten des bloßen Wartens, des Hörens und der erneu­ten Suche. Die Frage nach der rich­ti­gen Zeit kann eine beson­ders schmerz­hafte Frage sein. Denn sie verlangt von den Agie­ren­den mitun­ter, mitten im eupho­ri­schen Anfangs­pro­zess des Auspro­bie­rens noch einmal ein Zurück­tre­ten: Was ist jetzt gerade dran? In welcher Reihen­folge gehen wir vor? Wofür ist die Zeit jetzt reif?