Historisch hat der Prozess seinen Ursprung in der Kooperation bzw. Fusion der beiden früheren Landeskirchen in Thüringen und Sachsen-Anhalt. In der Verfassung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland aus dem Jahre 2008 sind andere Gemeindeformen ausdrücklich vorgesehen:

»Gemeindliches Leben geschieht auch in verschiedenen Bereichen der Bildung, im Zusammenhang besonderer Berufs- und Lebenssituationen, in geistlichen Zentren und in Gruppen mit besonderer Prägung von Frömmigkeit und Engagement sowie in Gemeinden auf Zeit.« (Art. II, Abs. 2)

 

Den Schwung der Vereinigung nahm die erste Landessynode mit, dachte und plante unter dem Motto »Als Gemeinde unterwegs«. Sie wollte in den ganzen Strukturdebatten einen Kontrapunkt setzen: »Fragen und Themen der inneren und geistlichen Entwicklung unserer Kirche und ihrer Gemeinden« waren auf der Agenda. Maßgeblich inspiriert wurde der Prozess durch programmatische Bischofsberichte, z.B. in den beiden Frühjahren 2012/2013.17 Wiederholt forderte Landesbischöfin Ilse Junkermann den Umbau. »Gemeinde neu zu denken« sei das Stichwort. Als man beim Gemeindekongress 2012 in Halle/Saale merkte, wie viele Menschen in der EKM dies bereits tun, war es zu den Erprobungsräumen nur noch ein kleiner Schritt.

 

So unterstützte die Landessynode im Herbst 2014 den vorgelegten Projektentwurf »Erprobungsräume« und ermutigte,

»neue Gemeindeformen im säkularen Kontext zu erproben. Hierzu bedarf es einer großen Offenheit. Die Landessynode bittet das Landeskirchenamt, eine Steuerungsgruppe zur weiteren Ausgestaltung des Projektes einzusetzen und ihr über den Stand des Projektes regelmäßig zu berichten.«

Mit diesem knappen Beschluss waren die Erprobungsräume geboren und das Projektdesign vorgegeben.