Inter­view – Thomas Schlegel und die EKD

Dez. 15, 2020 | Fachartikel & Publikationen

Ein Mann mit kurzen braunen Haaren und einem Spitzbart lächelt in die Kamera, während er draußen vor einer hellen Backsteinmauer steht und ein hellblaues Hemd mit Knöpfen trägt.

“Geld ermög­licht – weckt aber auch falsche Begehrlichkeiten!“

Gespräch mit Thomas Schlegel und der EKD über seine Erfah­rungen die Kirche zu erneuern

EKD: Wie ist es zum Projekt „Erpro­bungs­räume“ gekommen – welche Diskus­sionen und Über­le­gungen haben dazu geführt?

Schlegel: Der offi­zi­elle Start­schuss fiel im  November 2014. Da hat die Landes­synode der EKM beschlossen, „neue Gemein­de­formen im säku­laren Kontext zu erproben“. Zur Vorge­schichte des Beschlusses zählen die Fusion der beiden Glied­kir­chen, unge­schminkte Bischofs­be­richte und der synodale Prozess „Als Gemeinde unterwegs“.

Hinter­grund­rau­schen sind natür­lich die Abbruchs­pro­zesse, die sich gerade auf dem Land zeigen. Aber auch ermu­ti­gende Geschichten von Neuauf­brü­chen. Das machte Lust, Neues zu wagen. Im Sozio­lo­gen­sprech: Wenn soziale Prak­tiken dysfunk­tional werden, emer­gieren die Alter­na­tiven – in den Gemeinden, an ihren Rändern und daneben. Diese neuen Wege sollen geschützt und geför­dert werden. Das ist die Idee der Erprobungsräume.

Über­sehen werden sollte nicht: So ein Prozess braucht ein Momentum. Die rich­tigen Leute zur rich­tigen Zeit an der rich­tigen Stelle. Das war und ist bei uns – noch – so.

Aktuell sind auf landes­kirch­li­cher Ebene nur knapp zwei Perso­nal­stellen mit der Steue­rung des Prozesses betraut. Aber Menschen gehen ehren­amt­lich mit oder setzen sich in ihrem haupt­amt­li­chen Dienst dafür ein. Anders wäre so was nicht zu machen. Es braucht die Leiden­schaft und Freude. Sowieso versteht man Erpro­bungs­räume erst, wenn man auf die weichen Faktoren schaut.

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